Kursprogramm

Inhalt:

Im Zuge gesellschaftlicher Transformationsprozesse wie Globalisierung und Digitalisierung rückt das psychosoziale Phänomen Mobbing immer mehr in den Fokus gesellschaftlicher Debatten. Aktuelle Schlagzeigen wie bspw. „Mobbing in der Klasse: Suizid einer Grundschülerin“ verdeutlichen die gravierenden Ausmaße von Mobbing an Schulen.

Im gesellschaftlichen Diskurs wird Mobbing schuldbesetzt und primär in stereotypen Kategorien wie bspw. „Täter ist böse“ und/oder „Opfer ist gut“ beschrieben. Das Phänomen Mobbing ist nicht nur eine „Täter-Opfer-Konstellation“, sondern ein kollektiver Prozess, welcher am Modell Gesellschaft erlernt wird: Mobbing ist eine Form von Macht.

Im ersten Teil der Fortbildung (Tag 1- Theorie und Praxis) folgt eine fundierte Auseinandersetzung mit dem Mobbing-Begriff. Das Phänomen Mobbing wird mit der Forschungsliteratur wissenschaftlich definiert und gesellschaftlich analysiert. Es werden dabei Ursachen, „Täter- Opfer- Profile“, Mobbing als kollektiver Prozess, der Einfluss von Stress auf Körper und Psyche und die Folgen von Mobbing anhand von praxisnahen Fallbeispielen aus dem Schulalltag vorgestellt. Des Weiteren werden die Mechanismen der Machtstrukturen (am Beispiel von Focault, Maaz, Han) bei Mobbing kritisch reflektiert und behandelt.

Zusammenfassung der wichtigsten Themen am ersten Tag:

>> Definition des Mobbing-Begriffs anhand der Forschungsliteratur seit 1970
>> Mobbing-Handlungen als psycho-soziale Phänomene (und einer Analyse von Machtdiskursen)
>> Distanzierung der klassischen „Täter-Opfer-Konstruktionen“ und dichotomen Denkweise im Umgang mit Mobbing
>> Klare Abgrenzung zu Begriffen wie bspw. Aggression, Gewalt und Konflikt
>> Das Risiko- und Schutzfaktorenkonzept und mögliche Folgen bei erhöhter Vulnerabilität (Fallbeispiele von Patient*innen)
>> Stress und Mobbing (Eu- und Dis-Stress am Beispiel von Mobbing)

Im zweiten Teil der Fortbildung (Tag 2- Theorie und Praxis) wird das Phänomen Mobbing aus systemisch-konstruktivistischer Perspektive vorgestellt. Hierbei werden Präventionsansätze wie Kommunikation und Konfliktmanagement im Zusammenhang von systemischen Fragestellungen (zirkuläres Fragen usw.) vorgestellt, um den Mobbing-Begriff zu re/dekonstruieren und vor allem auf die Bedeutsamkeit der zirkulär-kausalen-Denkweise bei allen Berufsgruppen, die mit Familien und Kindern arbeiten, aufmerksam zu machen: Mobbing beginnt im Kopf. Darüber hinaus werden Impulse für die Anwendung der sozialkognitiven Lerntheorie vorgestellt, um der Entstehung und Aufrechterhaltung von Mobbing lösungsorientiert, vor allem im Umgang mit Eltern, Kindern und Jugendlichen, entgegenwirken zu können.

>> Mobbing aus systemisch-konstruktivistischer Perspektive
>> Kommunikation und Konfliktmanagement als lösungsorientierte Präventionsansätze am Beispiel vom No Blame Approach
>> Zirkulär-kausales- Denken und systemische Fragestellungen (im Umgang mit Eltern, „Mobbingopfer“ und „Mobbingtäter“ und dem Kollektiv im Mobbing-Prozess)

In diesem Seminar werden alle Berufsgruppen angesprochen, welche in enger Zusammenarbeit mit Familien und Kindern/Jugendlichen stehen, wobei praxisnahes und wissenschaftlich fundiertes Wissen rundum das Thema Mobbing verknüpft werden.

Termin:
13.09.2021 (10:00 – 16:00 Uhr)
14.09.2021 (10:00 - 16:00 Uhr

Teilnehmerzahl: max. 20 TN

Kosten:
290,00 Euro (Frühbucherpreis bis 13.08.2021)
330,00 Euro (Kursgebühr ab 14.08.2021)

Kursleitung:
Dr. Nady Mirian