Weiterbildung

Heidelberger Elterntraining

Heidelberger Elterntraining zur frühen Sprachförderung - Ausbildung HET Late Talkers

Eltern sind die engsten Bezugspersonen ihrer Kinder und spielen als solche eine bedeutende Rolle für einen erfolgreichen Spracherwerb. Insbesondere wenn Kinder eine verzögerte Sprachentwicklung aufweisen, benötigen die Eltern eine Unterstützung in ihrer Kompetenz als sprachförderliche Kommunikationspartner.

Das „Heidelberger Elterntraining“ ist ein Konzept zur strukturierten Anleitung
 der Eltern zu einem sprachförderlichen Interaktionsverhalten, dessen Effektivität nachgewiesen ist. Es wird bereits seit vielen Jahren erfolgreich in logopädischen Praxen, Frühförderstellen, Sozialpädiatrischen Zentren und zunehmend in Familienzentren oder „Sprachkitas“ angeboten.

 An den ersten beiden Seminartagen (Basismodul) werden Sie in das Gesamtkonzept und die Rahmenbedingungen des Heidelberger Elterntrainings eingeführt und mit dem zentralen Inhalt der dialogischen Bilderbuchbetrachtung ausführlich vertraut gemacht. Sie lernen wesentliche methodisch-didaktische Elemente kennen und erhalten einen guten Einblick in die Arbeitsweise mit Elternkleingruppen.

An den beiden folgenden Seminartagen (Aufbaumodul) lernen Sie die praktische Umsetzung des HET Late Talkers in Elterngruppen und als Individualschulung kennen. Es werden die konkrete Planung des HET besprochen und zentrale Bausteine in Kleingruppen miteinander geübt. Im Anschluss können Sie Ihr erstes Training direkt starten. 

Voraussetzung für die Teilnahme ist die Einarbeitung in folgende Literatur:

Buschmann, A. (2017). Heidelberger Elterntraining frühe Sprachförderung. HET Late Talkers. 3.A. München: Elsevier bei Urban & Fischer

Den Abschluss der Ausbildung bildet eine mit der Dozentin individuell vereinbarte Supervision des ersten eigenen Trainings (zusätzliche Kosten an die Referentin 250,- € inkl. Zertifikat und Durchführungslizenz).

Zertifizierte Weiterbildung Heidelberger Elternworkshop – Mehrsprachigkeit als Chance

Mehrsprachig aufzuwachsen ist international gesehen die Regel und gehört inzwischen auch in Deutschland zum Alltagsbild. Für eine gelingende Mehrsprachigkeit ist ein entsprechender Umgang mit den verschiedenen Sprachen in der familiären Umgebung sowie in Kita und Schule unerlässlich. Jedoch sind mehrsprachige Eltern häufig unsicher in der Verwendung der verschiedenen Sprachen und haben dazu viele Fragen: Welche Sprache(n) sollen wir mit unserem Kind sprechen? Wie viel Konsequenz ist in der mehrsprachigen Erziehung nötig? Wie können wir unser Kind unterstützen? Sie sorgen sich oft um die sprachliche Entwicklung ihrer Kinder und werden nur selten zum Umgang mit den verschiedenen Sprachen beraten (Bockmann et al. 2013).

Oft sind Fachleute nicht umfassend über das Thema informiert und dadurch in der Beratung zur Sprachverwendung in der Familie verunsichert. Eltern erhalten häufig Tipps, die sich sehr starr auf theoretische mehrsprachige Familienmodelle beziehen. Diese Tipps sind im Alltag häufig schwer umzusetzen und entsprechen auch nicht einem natürlichen Umgang mit den Sprachressourcen.

Die Lebenswelten von Familien sind sehr unterschiedlich. Jede Familie hat ihr individuelles Konzept zum Umgang mit den verschiedenen Sprachen. Es ist notwendig das in der Beratung zu berücksichtigen.

Im Rahmen dieser Weiterbildung mit vier aufeinander aufbauenden Modulen erlangen Sie ein zunächst ein fundiertes Grundlagenwissen zu den Besonderheiten bei mehrsprachigem Aufwachsen. Sie setzen sich intensiv mit Mythen und Thesen zum Thema Mehrsprachigkeit und mehrsprachiger Erziehung auseinander.

Nach Abschluss dieser Weiterbildung sind Sie in der Lage mehrsprachige Familien im Umgang mit den verschiedenen Sprachen kompetent zu beraten als Individualberatung und in der Gruppe im Rahmen eines interaktiven Elternworkshops.

Zielgruppe

Fachpersonen, die mit mehrsprachigen Familien zusammenarbeiten, z. B. in Krippe, Kindertagespflege, Kindergarten und Schule, Frühförderung, Logopädie, Ergotherapie, Heilpädagogik

Ablauf Die zertifizierte Weiterbildung umfasst drei Module, die inhaltliche aufeinander aufbauen sowie eine Gruppensupervision als viertes Modul. Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Sie ein Zertifikat, das Sie dazu berechtigt, den „Heidelberger Elternworkshop – Mehrsprachigkeit als Chance“ eigenständig in Krippen, Kindergärten, Stadtteiltreffs usw. anzubieten.

Modulübersicht

Mehrsprachigkeit I: Besonderheiten des mehrsprachigen Spracherwerbs

In diesem Seminar werden Besonderheiten des mehrsprachigen Spracherwerbs vermittelt. Gemeinsam wird erarbeitet, wie sich die unterschiedlichen Sprachen gegenseitig beeinflussen und was zu beachten ist, damit Kinder neben der nichtdeutschen Erstsprache auch die deutsche Sprache gut erwerben. Zudem wird besprochen, welche sprachlichen Fehler im Rahmen der Mehrsprachigkeit (noch) normal sind.

Mehrsprachigkeit II: Mehrsprachige Erziehung & Zusammenarbeit mit Eltern

Für einen erfolgreichen Mehrsprachenerwerb spielt die Art des Umgangs mit den Sprachen im familiären Kontext eine große Rolle. Mehrsprachige Eltern sind oft unsicher in der Verwendung der verschiedenen Sprachen mit dem Kind und fühlen sich nicht ausreichend unterstützt in der mehrsprachigen Erziehung. Leider kommt es oft vor, dass sie nicht ausreichend oder sogar falsch beraten werden.

Um Bezugspersonen zielgerichtet beraten zu können, lernen Fachkräfte in diesem Seminar, welche Faktoren für den mehrsprachigen Spracherwerb entscheidend sind: Welche Sprache(n) sollen Eltern mit ihrem Kind sprechen? Wie viel Konsequenz ist in der mehrsprachigen Erziehung nötig? Wie können Eltern ihr Kind optimal unterstützen? Es werden Strategien vorgestellt, um diese Aspekte im Elterngespräch zu vermitteln.

Mehrsprachigkeit III: „Heidelberger Elternworkshop - Mehrsprachigkeit als Chance"

Ein Elternabend ist eine gute Möglichkeit, die Bezugspersonen von mehrsprachig aufwachsenden Kindern zum familiären Umgang mit mehreren Sprachen zu informieren. Neben der Vermittlung der Inhalte bietet solch ein Abend den mehrsprachig erziehenden Eltern die Gelegenheit zum Austausch und zur gegenseitigen Unterstützung.

In diesem Seminar erlernen die Teilnehmer*innen den im ZEL entwickelten „Heidelberger Elternworkshop - Mehrsprachigkeit als Chance" und erhalten die Materialbox zur Anwendung in der Praxis.

Mehrsprachigkeit IV Supervision des „Heidelberger Elternworkshops - Mehrsprachigkeit als Chance"

Das Supervisionsseminar dient der Reflexion des ersten durchgeführten Elternworkshops. Die Teilnehmer*innen bringen hierfür eine Videoaufnahme dieses Elternworkshops mit, die gemeinsam besprochen wird. Im Fokus des Seminars stehen der Erfahrungsaustausch, die Beantwortung entstandener Fragen und der Umgang mit typischen Schwierigkeiten.